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5.02.12
Leserbrief zu dem Kommentar „Gefälligkeiten“ (FAZ v. 04.02., S. 10)
Es ist noch die Frage, ob die Vorwürfe, die gegen Bundespräsident Wulff erhoben werden, wirklich zu einem Autoritätsverlust führen. Manche dieser journalistischen Anwürfe wirken auf viele Mitbürger doch recht hergeholt und kleinkariert. Ich habe Herrn Christian Wulff früher (1982) im Rahmen der Jungen Union Osnabrück-Emsland, deren Bezirksvorsitzender er war, gut gekannt und habe nie Anzeichen von Großspurigkeit oder Habgier an ihm bemerkt. Auch sein Umfeld redete nur Gutes über ihn; seine Weggefährten kannten aber auch seine Strebsamkeit und seinen Ehrgeiz. Er wurde 1983 überraschend Landesvorsitzender der niedersächsischen Jungen Union und dann 1992 überraschend Spitzenkandidat der CDU Niedersachsen, als die traditionelle Führungsriege der Landes-CDU durch einige Affären beeinträchtigt war und man nach einem neuen Gesicht suchte. Im Jahr 2003 gelang ihm dann im dritten Anlauf der Weg in das Amt des Ministerpräsidenten. Er hat dann ein konservatives und liberales Regierungsprogramm verwirklicht – und so wurden einige rot-grüne Erbhöfe und Dauerprojekte einer Revision unterzogen. Auch wurden einige behördliche Zwischeninstanzen in sinnvoller Weise aufgelöst und abgewickelt. – Ich habe Herrn Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident noch mehrmals wieder gesehen und habe keine unguten Persönlichkeitsveränderungen an ihm erkennen können. So erscheint mir das krampfhafte Aufzählen von Upgrades, preiswerten Urlaubsaufenthalten und kleinen Rabatten als ein unerhebliches Herummäkeln gegen einen guten und tüchtigen Politiker und Juristen, der durchaus etwas Konstruktives geleistet hat.
Friedrich Winterhager, Hildesheim
Hallennutzungsgebühren sind Nullsummenspiel - Leserbrief zur Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters
Es hat mich mehr als verwundert, in der Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters zu hören, dass es sein Wunsch ist, Hallennutzungsgebühren einzuführen. Neu ist das Thema nämlich nicht.
Im letzten Sommer hat der Finanzausschuss und der Sportausschuss das Thema hoch und runter diskutiert.
Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war immer die Sporthalle Stadtmitte. Diese ist aus den Geldern des Konjunkturprogramms saniert worden, was ausdrücklich! Hallennutzungsgebühren für das nächste Jahrzehnt in dieser Halle ausschließt. Hiervor wurde auch mehrfach in den Ausschüssen und in der Ratssitzung gewarnt, als die Sporthalle in das Konjunkturprogramm aufgenommen wurde. Natürlich wurde in den Ausschüssen auch diskutiert, ob es möglich sei, die Halle nachträglich aus dem Konjunkturprogramm zu nehmen oder nur in den anderen Hallen Nutzungsgebühren einzuführen.
Die Gelder für eine Rückzahlung der Sanierungskosten hat die Stadt nicht und unterschiedliche Maßstäbe bei der Benutzung der Hallen anzulegen, ist gegenüber den Sportvereinen unsolidarisch. Entweder kommt es zu einer sehr großen Ungerechtigkeit zwischen den Sportvereinen, nämlich jenen, die die Sporthalle Stadtmitte nutzen dürfen und jenen, die keine Hallennutzungszeiten dort haben oder es wird ein immenser und teurer Verwaltungsaufwand werden, die Hallennutzungsgebühren gerecht auf alle Vereine aufzuteilen. Kinder und Jugendliche sollen sowieso keine Gebühren bezahlen. Unterm Strich bleibt dann von den erhobenen Gebühren nichts mehr übrig. Es wäre bestenfalls ein Nullsummenspiel. Daher wurde im Sommer eine Vereinbarung getroffen, die einfach, unbürokratisch und gleichmäßig alle Sportvereine belastetet und gleichzeitig zur Sanierung der Stadtfinanzen beiträgt.
Grundlage der Verhandlungen war, die Höhe der Hallennutzungsgebühren in etwa von den Vereinen zu erhalten und im Gegenzug diesen eine Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre zu geben. Beides wurde erreicht und in der Julisitzung des Rates mit der Stimme des Oberbürgermeisters beschlossen. Daher frage ich mich, warum der Oberbürgermeister diese Vereinbarung nur ein halbes Jahr später wieder kippen will. Viel sinnvoller und einträglicher wäre aus meiner Sicht, mit dem Landkreis zu klären, warum städtische Sportvereine in den Hallen des Landkreises (z.B.in Himmelsthür) Hallennutzungsgebühren bezahlen müssen, andererseits Landkreisvereine unsere städtischen Hallen für umsonst benutzen dürfen.
Christa Fischer
Zum HAZ-Artikel vom 02.01.2012 : Immer mehr kluge Frauen
Was soll denn dieser Satz implizieren? In Ihrem Artikel geht es darum, dass der Anteil der niedersächsischen Professorinnen von 21,6 % im Jahr 2008 auf 22,3 % in 2009 gestiegen ist.
Angesichts der Tatsache, dass seit Jahren mehr Frauen als Männer die Hochschulreife erwerben und selbst bei den Becheleorabschlüssen mittlerweile der Frauenanteil bei 51,7% liegt, doch eher ein Beweis dafür, wie schwer es Frauen immer noch haben, die Karriereleiter zu erklimmen.
Dies hat allerdings nichts mit Klugheit zu tun, sondern mit gewachsenen Strukturen, die die Frauen immer noch ausgrenzen. Intelligenz hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Jahrhunderte lang war es Frauen nicht möglich, an der Bildung teil zu haben. Hier haben die Frauen in den letzten 50 Jahren unglaublich aufgeholt. Der Nachholbedarf der Wirtschaft, Forschung und Lehre an weiblichen Führungskräften ist allerdings noch immer immens. Es wäre klüger gewesen, auf diese Missstände hinzuweisen, als diese dämliche Überschrift zu wählen!
Christa Fischer
… zum HAZ-Artikel vom 18.11.11
Skandalisierung von Dr. Christian Grahl muss ein Ende haben!
Nach tagelanger Berichterstattung in den Medien über Dr. Christian Grahl hat nun auch die HAZ das Thema in ihrem Lokalteil aufgegriffen. Leider entspricht der Artikel weitgehend nicht dem Gespräch, das der Redakteur Rainer Breda mit mir geführt hat.
Natürlich haben wir als örtliche Partei nicht gewusst, dass eines unserer Mitglieder in einem Lokal am Rande des Steintorviertels (gegenüber dem HAZ-Redaktionsgebäude) mit Sportkameraden ein Bier getrunken hat. Aber was wäre uns das auch angegangen? Denn wenn dies überhaupt eine Relevanz hat, dann doch nur deshalb, weil Dr. Grahl Polizeipräsident war und insofern bestimmten Verhaltensnormen unterlag.
Natürlich hätte niemand von uns überlegt, irgendeine Konsequenz aus einem solchem Bericht zu ziehen. Welche auch? Wir schätzen den Sachverstand und die Kompetenz von Christian Grahl.
Und wir schätzen Christian Grahl als offenen, aktiven CDU-Mitstreiter, der nicht nur regen Anteil an unserer Partei nimmt, sondern sich auch nicht zu fein war, um für „seinen“ Itzumer Ortsrat und den Hildesheimer Stadtrat zu kandidieren.
Damals war der gleiche Redakteur, der jetzt offenbar ohne irgendeine neue Information eine Schlagzeile produzieren will, überrascht, dass die gleiche Persönlichkeit ihr Renommee für einen Ortsrat zur Verfügung stellen wollte.
Man muss engagierte Menschen nicht abwechselnd verehren und verdammen. Wir wissen, was wir an Christian Grahl haben. All das hatte ich gesagt. Ich bedaure sehr, dass in dem heutigen Artikel in der HAZ ein völlig falscher Eindruck erweckt wird.
Dr. Eva Möllring, Vorsitzende der CDU Hildesheim
Leserbrief "Wie bitte?"
Ortsrat versus Bürgerforum
Als Bewohnerin der Innenstadt war es für mich selbstverständlich, an der ersten Sitzung des neu gewählten Ortsrates teil zu nehmen.
Überrascht war ich von der Äußerung des Grünen Abgeordneten Roland Miyamoto zum Thema Ortsrat versus Bürgerforum. Da wurde den Anwesenden plötzlich erklärt, Bündnis90 / Die Grünen hätten gern Bürgerforen, da dort die Bürgerbeteiligung viel besser wäre.
Wie bitte? Haben die Mitglieder nicht gemerkt, dass die Grünen im April im Rat gegen die Bürgerforen gestimmt haben?
Wie in der HAZ im Frühjahr zu lesen war, hatte die damalige CDU-Fraktion Bürgerforen vorgeschlagen. Unbürokratische Bürgerbeteiligung, direkte Auseinandersetzung mit den zuständigen Ratsfrauen und –herren und der Fachverwaltung, Expertenanhörungen zu verschiedenen Themen, wollte die CDU verwirklichen und legte dazu ein ausgearbeitetes Konzept vor.
Vehement wurden diese Argumente von den anderen Parteien abgelehnt – sowohl von der SPD als auch von der Bündnis90/Die Grünen-Fraktion. Statt dessen stimmten SPD, FDP, Bündnis! und Bündnis90/Die Grünen für fünf zusätzliche Ortsräte im Stadtgebiet, verbunden mit einer radikalen Kürzung der Mittel. Die unverzichtbare Betreuung durch die Verwaltung musste schon nachgebessert werden.
Daher lässt der jetzt gestellte Antrag des Grünen Ortsratsmitgliedes Miyamoto vermuten, dass es bei der Abstimmung damals gegen Bürgerforen nicht darum ging, dass Beste für die Bürger der Stadt zu erreichen, sondern einzig einen Antrag der CDU zu verhindern.
Christa Fischer
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